funktionale kommunikative Kompetenzen

Bei Kompetenzen handelt es sich in Anlehnung an Nieweler (2006, S. 55) um Schlüsselqualifikationen, die das Individuum dazu befähigen, immer neue Qualifikationen zu erschließen und bisherige Fähigkeiten neu zu vernetzen. Diese Kompetenzen können grundsätzlich in kognitive, kommunikative, soziale und Selbstkompetenzen sowie allgemeines Basiswissen untergliedert werden. Die Schwerpunktverlagerung von Wissen auf Können hat sich auch im Schulsystem verankert: Ausgelöst durch den PISA-Schock in der Jahrtausendwende ergab sich ein Paradigmenwechsel von einer Input- zu einer Outputorientierung (vgl. Bär, 2019, S. 21). So orientieren sich die Kernlehrpläne nunmehr an Kompetenzen, die die Handlungsbefähigung der Schüler*innen in komplexen Lernaufgaben fördern und fordern sollen, also eine fruchtbare Vernetzung von deklarativem Wissen und prozeduralem Können in der Handlung selbst. Miteingeschlossen sind dabei auch die affektiven und volitionalen Voraussetzungen, um sich verantwortungsbewusst und respektvoll in der Gesellschaft einbringen zu können (vgl. Bär, 2019, S. 23). Im Kernlehrplan NRW stehen in Anlehnung an den Gemeinsamen europäischen Referenzrahmen (GeR) folgende funktionale kommunikative Kompetenzen im Mittelpunkt (vgl. Bär, 2019, S. 24):

1. Sprechen
2. Schreiben
3. Hör-/Hörsehverstehen
4. Leseverstehen
5. Sprachmittlung

Beim Sprechen und Schreiben handelt es sich dabei um sogenannte produktive Kompetenzen, während das Hör-/Hörsehverstehen und das Leseverstehen rezeptive Kompetenzen darstellen. Beide Varianten sind jedoch wechselseitig aufeinander bezogen (vgl. Fäcke, 2011, S. 121).